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20 Gäste können 500 schlagen

Blick von oben auf eine Frau mit Marker vor einem Whiteboard, während im Hintergrund ein Team mit Konferenz-Badges an einem Tisch mit Laptop und Unterlagen zusammensitzt
  1. Inhalt des Artikels
  2. Warum weniger oft mehr bringt
  3. Was die Zahlen zeigen
  4. Wer wirklich im Raum sitzen sollte
  5. Was das für die ruhigeren Wochen bedeutet
  6. Häufige Fragen

Was würdest du tun, wenn aus geplanten 500 Anmeldungen am Ende nur 50 werden? Wahrscheinlich fühlt sich das erstmal wie ein gescheitertes Event an, vor allem dann, wenn die Zahlen ohnehin schon wegen der ruhigeren Sommerwochen nach unten zeigen. Die Daten dazu erzählen aber eine andere Geschichte, und die lohnt sich gerade jetzt anzusehen.

Eine Einschätzung der auf Executive-Events spezialisierten Agentur Be Executive Events bringt es auf den Punkt: Ein exklusives Dinner mit 20 Führungskräften kann eine Konferenz mit 500 Gästen schlagen, und zwar bei jeder einzelnen Kennzahl pro Gast. Konkret erzielst du mit gut vorbereiteten Executive-Events laut dieser Einschätzung Konversionsraten von 25 bis 35 %. Bei klassischen Großformaten sind es dagegen oft nur 10 bis 15 %.

Eine unabhängig durchgeführte Studie mit offengelegter Methodik steckt dahinter nicht, sondern die Einschätzung eines spezialisierten Unternehmens. Die grobe Richtung deckt sich aber mit unabhängigeren Datenquellen, wie du gleich siehst.

Das lässt sich auch größer belegen. Eine Auswertung von 198 B2B-SaaS-Unternehmen und über 2,6 Millionen Deals mit Event-Bezug zeigt: Events machen nur einen kleinen Teil deines gesamten Geschäfts aus, sorgen aber überproportional oft für tatsächlich abgeschlossene Deals. Live-Events wandeln Kontakte zuverlässiger in echte Chancen um als der Durchschnitt aller anderen Marketingkanäle zusammen. Naheliegend, dass dabei auch die Größe deiner Gästeliste eine Rolle spielt, auch wenn die Studie selbst keine Teilnehmerzahlen nennt.

Warum weniger oft mehr bringt

Der Grund liegt selten in der Stimmung im Raum, sondern in der Auswahl davor. Lädst du 20 handverlesene Gäste ein, wirkt diese Auswahl bereits wie ein Filter. Wer eingeladen wird, hat meist auch tatsächlich Entscheidungsmacht im eigenen Unternehmen, kennt das Thema bereits und bringt echtes Interesse mit. Öffnest du die Anmeldung dagegen für 500 Personen, fehlt dieser Filter fast komplett. Viele sitzen im Publikum, ohne später über ein Budget mitzuentscheiden, manche kommen wegen des Buffets, andere aus reiner Neugier.

Vier lächelnde Frauen unterhalten sich bei einem Empfang mit Getränken und Fingerfood, Wasserflaschen und Snacks stehen im Vordergrund auf dem Tisch

Kleine Runde, echte Gespräche. Warum Qualität die bessere Kennzahl ist.

Genau diese Vorauswahl entscheidet darüber, ob aus einem Gespräch später ein Geschäft wird. Ein Event mit hundert zufälligen Kontakten erzeugt viel Aktivität, aber wenig Substanz. Ein Abendessen mit zehn Personen, die alle tatsächlich mitentscheiden, erzeugt weniger Aktivität, dafür aber deutlich mehr Substanz.

Was die Zahlen zeigen

Drei weitere Zahlen zeigen dasselbe Muster aus unterschiedlichen Blickwinkeln, jede für sich schon aussagekräftig genug.

Erstens: Events machen laut einer aktuellen Branchenauswertung nur etwa 6 % des gesamten Deal-Volumens im B2B-Vertrieb aus. Trotzdem stecken über 50 % der zugeordneten gewonnenen Deals dahinter, zumindest bei den Unternehmen, die das überhaupt sauber messen. Ein Kanal, der so klein und gleichzeitig so wirksam ist, lohnt sich für dich besonders dann, wenn du ihn gezielt statt breit einsetzt.

Zweitens, und das ist die im Video erwähnte Zahl: eine 33-fach höhere Rate an gewonnenen Deals, ebenfalls aus derselben Datenbasis. Wichtig für die Einordnung: Diese Zahl bezieht sich dort auf kleinere Unternehmen, die überhaupt auf Live-Events setzen, verglichen mit ähnlich großen Unternehmen ohne diesen Kanal. Sie sagt also weniger über die Gästezahl innerhalb eines Events aus als über die Entscheidung, Live-Events überhaupt zu nutzen. Das Prinzip dahinter bleibt aber dasselbe: Fokus und bewusste Auswahl schlagen pure Größe, ob bei der Wahl des Kanals oder bei der Wahl der eingeladenen Personen.

Drittens lohnt sich ein Blick auf die Kaufentscheidung selbst. Forrester beziffert ein durchschnittliches Einkaufsgremium auf 13 Personen, Gartner nennt 9 bis 11. Bei größeren Technologieanschaffungen kann diese Zahl sogar auf bis zu 25 steigen. Eine große Messe erreicht davon meist nur einzelne Personen pro Unternehmen, feste Zahlen dazu liefert allerdings keine der beiden Quellen. Mit einer kleinen, bewusst zusammengestellten Gästeliste bringst du dagegen mehrere Mitglieder desselben Gremiums gleichzeitig an einen Tisch, was eine Entscheidung spürbar beschleunigt.

Wer wirklich im Raum sitzen sollte

Taschenrechner, Sparschwein, Münzen, Stift und Lupe liegen auf Finanzdiagrammen mit Länderdaten Symbolbild für Budgetplanung und Kostenanalyse

Die richtigen Entscheidungsträger bringen mehr als jede Kopfzahl.

Genau hier liegt dein praktischer Hebel für die Planung. Statt die Einladungsliste möglichst breit zu streuen, lohnt sich die Frage, wer im Einkaufsgremium des jeweiligen Unternehmens tatsächlich mitspricht. Roundtables mit Führungskräften eignen sich laut The Ortus Club besonders gut, um bestehende Kundenbeziehungen zu vertiefen. Kleine, exklusive Formate wie das eingangs erwähnte Dinner können darüber hinaus mehrere Personen mit Entscheidungsmacht gleichzeitig einbinden, statt sie einzeln über Monate hinweg zu erreichen.

Das heißt nicht, dass große Formate für dich überflüssig wären. Für Sichtbarkeit, Markenaufbau oder eine Produktvorstellung bleibt eine größere Bühne weiterhin sinnvoll. Sobald es aber konkret um das Vorantreiben einzelner Deals geht, verschiebt sich der Hebel spürbar zugunsten kleinerer, kuratierter Runden.

Damit sich dieser Aufwand auch lohnt, brauchst du im Nachgang trotzdem einen klaren Überblick: wer war da, welches Gespräch führte wohin, welcher Kontakt bekommt welche Folge-E-Mail. Bei 20 Gästen lässt sich das noch von Hand nachhalten, spätestens ab der zweiten oder dritten Runde im Jahr wird eine zentrale Übersicht wie in Sweap aber deutlich angenehmer als verstreute Notizen aus mehreren Kalendern.

Was das für die ruhigeren Wochen bedeutet

Sinkende Anmeldezahlen im Sommer müssen für dich also kein Warnsignal sein. Verkleinerst du deine Gästeliste jetzt bewusst und lädst gezielter ein, verlierst du selten an Wirkung. Häufiger passiert das Gegenteil: Aus einer vermeintlichen Flaute wird ein Format, das du im Herbst als festen Bestandteil deiner Event-Strategie übernehmen kannst, unabhängig davon, wie viele Personen gerade verfügbar sind.

Häufige Fragen

Am einfachsten mit genau den Zahlen aus diesem Artikel: Nenne nicht die Teilnehmerzahl als Erfolgsmaßstab, sondern die Zahl der tatsächlich abgeschlossenen Deals. Ein kleiner Testlauf mit klar dokumentiertem Ergebnis wirkt dabei oft überzeugender als jede Argumentation im Vorfeld.

Ja, sogar leichter als bei großen Events. Zähl nicht Teilnehmende, sondern schau auf neu entstandene Opportunities oder beeinflusste Pipeline. Bei wenigen Gästen kannst du genau nachvollziehen, welches Gespräch zu welchem Ergebnis geführt hat.

Ja, solange du gezielt über bestehende Netzwerke, Partnerunternehmen oder eine klare Recherche einlädst. Der Filtereffekt entsteht durch die Sorgfalt bei der Auswahl, nicht durch bereits bestehende Kontakte allein.

Nur auf den ersten Blick. Große Formate bringen dir mehr Kontakte, kleine Formate bringen dir mehr belastbare Gespräche mit Personen, die tatsächlich entscheiden. Je nach Ziel deines Events lässt sich beides sinnvoll kombinieren.

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