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  • Event-Planung

Zehn Jahre, ein Sommerfest: Fünf Erkenntnisse, die uns Events beigebracht haben

10 Jahre Sweap” vor der Berliner Skyline mit Fernsehturm und Wolken im warm-orangen Himmel
  1. Inhalt des Artikels
  2. Schritt 1: Zuerst die Zugriffsrechte, dann die Gästeliste
  3. Schritt 2: Die Einladung ist der erste Belastungstest für den Verteiler
  4. Schritt 3: Zwischen Zusage und Event entsteht das Budget
  5. Schritt 4: Am Einlass wird gezählt, nicht geschätzt
  6. Schritt 5: Nach dem Fest beginnt der eigentliche Nutzen
  7. Was dieser Ablauf nicht löst
  8. Die vier Fragen, die wir jedem Event-Team stellen

Sweap wird zehn. Wir feiern mit einem Sommerfest und teilen aus diesem Anlass, was wir in zehn Jahren über Budgets, Risiken und die Steuerbarkeit von Events gelernt haben.

Als Sweap 2016 in Berlin startete, war das Produkt eine App für Gästelisten im Nachtleben. Zehn Jahre später planen Medienhäuser, Banken, Versicherungen und öffentliche Verwaltungen damit ihr komplettes Veranstaltungsjahr. Bei einigen sind das mehr als 200 Events über mehrere Standorte hinweg.

Dieser Weg beschreibt ziemlich genau die Entwicklung, die in vielen Organisationen noch aussteht: von der Liste am Eingang zu einem Kanal, der sich planen, belegen und verantworten lässt.

Zum Jubiläum feiern wir mit einem Sommerfest. Wir planen es gerade mit unserem eigenen Produkt, und das ist ein guter Anlass, den Ablauf einmal offenzulegen. Es geht dabei nicht um die Sitzordnung oder die Getränkeauswahl, sondern um die fünf Punkte, an denen aus einem Termin ein steuerbares Event wird.

Dass wir das an einem Sommerfest zeigen, ist kein Zufall. Kein Event im Jahr hat einen schwächeren Business Case und einen höheren diagnostischen Wert. Wenn der Ablauf hier trägt, trägt er auch bei der Kundenveranstaltung. Dort sind Fehler nur deutlich teurer.

Schritt 1: Zuerst die Zugriffsrechte, dann die Gästeliste

Der erste Arbeitsschritt ist nicht die Liste. Es ist die Frage, wer sie später sehen darf.

Diese Reihenfolge ist eine der Erkenntnisse, die wir nicht selbst hatten. Sie kommt von Organisationen, die externen Partnern Zugriff geben mussten, ohne Daten aus dem Haus zu geben. Für uns war das anfangs eine Einstellung unter vielen. Für sie war es die Bedingung, überhaupt mit einem Tool arbeiten zu dürfen.

Bevor ein einziger Kontakt importiert wird, legen wir deshalb fest, welche Rolle welche Daten sieht. Das Team, das die Einladungen verantwortet, arbeitet mit vollständigen Datensätzen. Die Location bekommt Zahlen. Der Caterer bekommt Zahlen und Unverträglichkeiten, aber keine Namensliste. Wer beim Einlass steht, sieht Namen und Check-in-Status, aber keine Kontaktdaten. In Sweap heißen die dafür nötigen Einstellungen Sichtbarkeitsgruppen und Rechtemanagement, und sie einmal vorab zu definieren dauert eine Stunde.

Diese Stunde ersetzt den Vorgang, der in den meisten Organisationen an dieser Stelle steht: eine Excel-Datei, die per Mail an Caterer, Sicherheitsdienst und Agentur geht. Auf einer Sommerfest-Gästeliste stehen Namen, oft Funktionen und meist Kontaktdaten. Wenn nach Unverträglichkeiten gefragt wurde, kommen Angaben dazu, die datenschutzrechtlich als besonders sensibel gelten. Dieser Versand ist verbreitete Praxis und gleichzeitig ein Vorgang, den man in einem Audit nur schwer erklärt. Ebenso schwer erklärbar ist die lokale Kopie auf dem Laptop einer Kollegin, die das Event seit Jahren betreut.

Der Unterschied im Ablauf ist klein. Statt eine Datei zu verschicken, gibt man einen Zugang frei. Die Daten bleiben dabei an einem Ort, bei uns in zertifizierten IBM-Rechenzentren in Frankfurt am Main.

Die Erkenntnis: Einen Zugang kann man später ändern oder entziehen, eine verschickte Datei nicht.

Schritt 2: Die Einladung ist der erste Belastungstest für den Verteiler

Als Nächstes entsteht die Einladung, einmal als Vorlage im eigenen Corporate Design, mit Anmeldeseite und Formular. Danach ist sie wiederverwendbar, was in Schritt 5 wieder wichtig wird.

Der eigentliche Ertrag dieses Schritts ist aber ein anderer. Sobald die Einladung raus ist, entstehen die ersten belastbaren Zahlen des Events: Wie viele Einladungen wurden zugestellt, wie viele geöffnet, wie viele Anmeldungen sind daraus geworden.

Die häufigste Überraschung dabei ist nicht die Anmeldequote. Bei Teams, die zum ersten Mal digital einladen, sind es die Zustellfehler. Verteiler, die über Jahre gepflegt aussahen, verlieren beim ersten Versand einen erkennbaren Anteil an Adressen. Diese drei Zahlen bekommt man in keinem Ablauf, der auf Mail und Tabelle beruht. Sie sind der Grund, warum ein digital verschickter Verteiler früher aussagekräftig ist. Wer zwei Wochen vor dem Event weiß, dass ein Viertel der Adressen nicht mehr stimmt, kann nachsteuern.

Ein Pflichtthema gehört ebenfalls in diesen Schritt. Registrierungsseiten und E-Mails müssen barrierefrei sein, wenn die Kriterien des European Accessibility Act greifen, in Deutschland umgesetzt über das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Die aktuellen Builder für E-Mails und Webseiten liefern dafür die technische Basis, die Umsetzung bleibt Aufgabe des Teams. Wir haben vorab geprüft, dass wir nicht mehr mit den älteren Wizards arbeiten, die die Anforderungen nur teilweise abdecken.

Die Erkenntnis: Die Einladung ist nicht nur Kommunikation, sie ist eine Messung. Und sie misst zuerst die Qualität der eigenen Daten.

Schritt 3: Zwischen Zusage und Event entsteht das Budget

Auf diesen Schritt haben uns Kunden gebracht. In unseren eigenen Auswertungen war die No-Show-Quote lange eine Randnotiz. In ihren Budgets war sie eine Position.

Catering, Sitzplätze, Give-aways und Personal werden auf Basis der Zusagen kalkuliert. Bezahlt wird die Zusage, erschienen ist die Person. Die Differenz taucht in keiner Rechnung als eigene Zeile auf und wird deshalb in fast keiner Nachbetrachtung diskutiert.

Ein Rechenbeispiel: 400 Zusagen, 80 Euro pro Kopf für Catering und Ausstattung, eine No-Show-Quote von 25 Prozent. Das sind 8.000 Euro für ein einziges Event, die eingekauft und nie in Anspruch genommen wurden.

Im Ablauf besteht dieser Schritt aus drei Dingen, die vor dem Versand eingerichtet werden und danach von selbst laufen. Erstens automatische Erinnerungen zu festgelegten Zeitpunkten. Zweitens ein Absage-Link in jeder Mail, damit Absagen nicht als Schweigen enden. Und drittens ein Stichtag, an dem die Zahl für den Caterer gezogen wird, so spät wie möglich, weil die Liste bis dahin genauer wird.

Dass Teams ihre Kosten daneben weiter in eigenen Tabellen geführt haben, war der Anlass für den Event Budget Manager. Budgets, Ausgaben und Dienstleister liegen seitdem an derselben Stelle wie die Teilnehmerzahlen.

Dass die drei Einstellungen wirken, sehen wir nicht an unseren eigenen Events. Bei der FUNKE Mediengruppe ging die No-Show-Rate nach der Einführung zurück, während die Teilnehmendenzahlen stiegen. Bei SNIPES erschienen mehr als 90 Prozent der Personen, die die Einladung angenommen hatten.

Die Erkenntnis: Die No-Show-Quote ist keine Naturkonstante, sondern das Ergebnis von drei Einstellungen. Und sie ist der teuerste Posten des Events, weil ihn niemand bucht.

Schritt 4: Am Einlass wird gezählt, nicht geschätzt

Der Abend selbst ist der kürzeste Schritt im Ablauf. Gäste werden beim Eintreffen digital erfasst statt auf einer ausgedruckten Liste abgehakt. Mehrere Personen können parallel einchecken, und der Stand ist jederzeit sichtbar.

Der Nutzen davon zeigt sich nicht am Eingang, sondern zwei Tage später. Anwesenheit ist die einzige Zahl eines Events, die sich im Nachhinein nicht rekonstruieren lässt. Wer sie nicht erfasst hat, hat sie nicht. Und sie ist die Grundlage für zwei Gespräche, die uns Event-Teams immer wieder beschrieben haben: die Abrechnung mit dem Caterer und das Reporting nach oben.

Die Erkenntnis: Von allen fünf Schritten kostet der Einlass am wenigsten Zeit und liefert die Zahl, die im Reporting am meisten trägt.

Schritt 5: Nach dem Fest beginnt der eigentliche Nutzen

Zwei Dinge passieren nach dem Sommerfest, und beide entscheiden darüber, ob sich der Aufwand gerechnet hat.

Das erste ist der Report. Aus den Schritten 2 bis 4 ergibt sich ein vollständiger Funnel: Einladungen, Öffnungen, Anmeldungen, Anwesende. Vier Zahlen, die aus „die Stimmung war gut" eine Aussage machen, die sich neben Kanäle wie Paid, E-Mail oder Content stellen lässt. Ein Sommerfest wird dadurch nicht zum Lead-Generator. Aber eine Anwesenheitsquote, die Durchdringung einer Zielgruppe und eine Entwicklung über drei Jahre sind Größen, die in einem Vorstandsreporting funktionieren und mit denen sich im Folgejahr ein Budget verteidigen lässt.

Das zweite ist unspektakulärer und langfristig wertvoller: Die Vorlage aus Schritt 2 bleibt liegen. Beim nächsten Event wird sie dupliziert, die Zielgruppen sind segmentiert, die Teilnahmehistorie ist vorhanden. Deshalb dauert das zweite Event nicht mehr Tage, sondern Minuten in der Einrichtung. Der Aufwand, den die Schritte 1 bis 3 einmal gekostet haben, fällt genau einmal an.

Wie weit das trägt, haben wir bei Kunden gesehen, nicht am eigenen Veranstaltungskalender. Die FUNKE Mediengruppe setzt rund 200 Events pro Jahr über sechs Standorte um, von Workshops mit zehn Personen bis zu Messen mit Tausenden Gästen, alles auf einer gemeinsamen Plattform mit einem kleinen geschulten Admin-Kreis im Zentrum. Der Zuwachs wurde über Standardisierung abgebildet, nicht über zusätzliche Stellen. Das ist die Gleichung, die sonst jedes Wachstum begrenzt: mehr Events, mehr Personentage, mehr Headcount.

Und noch ein Effekt, der spätestens bei der ersten Personalveränderung sichtbar wird. Wenn die Person, die dein Sommerfest seit sechs Jahren trägt, das Unternehmen wechselt, wandern Gästedaten, Vorlagen und Historie nicht mit. Diese Abhängigkeit spricht in Event-Teams selten jemand aus. Teuer wird sie trotzdem.

Die Erkenntnis: Der Wert eines Events entsteht nach dem Event. Ein einzelnes Sommerfest rechtfertigt keine Plattform. Das dritte schon.

Was dieser Ablauf nicht löst

Zum Jubiläum gehört auch der Teil, der sich schlechter verkauft.

Die fünf Schritte beantworten nicht, ob ein Sommerfest in dieser Form der richtige Einsatz von Budget ist. Sie ersetzen keine Zielsetzung. Und sie verschieben Aufwand nach vorn: Rechtekonzept, Datenmodell, Vorlagen und Freigabewege müssen einmal sauber definiert werden, was intern Verantwortung und Zeit kostet. Auch das haben wir bei Kunden gesehen. Wer diesen Vorlauf nicht einplant, hat am Ende eine Software und trotzdem eine Excel-Liste.

Der Business Case bleibt entsprechend dünn, wenn du ein bis zwei Events im Jahr durchführst, mit stabilem Team und ohne besondere Datenschutzanforderungen. Er wird belastbar, sobald mindestens einer dieser Punkte zutrifft: mehrere Events pro Quartal, mehrere Standorte oder Abteilungen mit eigenen Veranstaltungen, externe Dienstleister mit Datenzugriff, ein regulatorisches Umfeld, oder ein Reporting-Bedarf, der über „die Stimmung war gut" hinausgeht.

Die vier Fragen, die wir jedem Event-Team stellen

Wenn du den Ablauf mit dem vergleichen willst, der bei dir gerade läuft, reichen vier Fragen. Es sind dieselben, mit denen bei uns jedes Kundengespräch anfängt:

  1. Wie viele Personentage stecken in deinem Sommerfest, und welcher Anteil davon in Listenpflege, Nachfassen und Abstimmung?

  2. Wo liegen deine Gästedaten heute, in wie vielen Kopien, und wer hat Zugriff darauf?

  3. Kannst du die Teilnahmequote des letzten Sommerfests belegen? Und die des Jahres davor?

  4. Was passiert mit deinen Events, wenn die Person, die sie bisher getragen hat, morgen nicht mehr da ist?

Wenn du diese Fragen ohne Nachrecherche beantworten kannst, bist du besser aufgestellt als die meisten. Wenn nicht, ist das Sommerfest der günstigste mögliche Anlass, das zu ändern. Und zwar bevor die Frage bei einem Event mit mehr Aufmerksamkeit gestellt wird.

Eine Beobachtung aus zehn Jahren gilt dabei fast überall. Die Organisationen, bei denen Events zu einem verlässlichen Kanal geworden sind, haben selten mit der größten Veranstaltung angefangen. Sie haben mit der angefangen, bei der ein Fehler niemandem aufgefallen wäre.

Wenn du die fünf Schritte am eigenen Sommerfest durchspielen willst: Sweap lässt sich 60 Tage mit allen Pro-Funktionen kostenlos testen. Das genügt für einen kompletten Zyklus vom Save-the-Date bis zum Report. Und wenn du vorher die Anforderungen deiner Organisation sortieren möchtest, sprich mit unserem Team.

Auf die nächsten zehn Jahre.

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